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Unsere Fakultät muss „schöner“ werden…

26. Mai 2017 | Öde Info-Stände und ein fragmentierter Webauftritt – das muss nun wirklich nicht sein. Wie sich die Fakultät Medien künftig in der Öffentlichkeit viel besser darstellen könnte, zeigten in dieser Woche Studierende bei der Präsentation ihrer Projektarbeiten im Teil-Modul „Agenturlabor“. Außerdem: Wenn Sheriffs zu Killern werden. Journalisten des Guardian dokumentieren die erschreckende Polizeigewalt in den USA. Fakten dazu gibt’s in meiner Vorlesung zum Thema Datenjournalismus am Montag. Gasthörer sind willkommen. 

Prof. Michael Hösel, Dekan der Fakultät Medien (Mitte) und Print Produktionsleiter Christian Greim (vorn, rechts) verfolgten mit Interesse Präsentationen der künftigen Medienmanager | Bild: Dietmar Träupmann

Das Besprechungszimmer 301 im dritten Stock des Zentrums für Medien und Soziale Arbeit (ZMS) ist ein wenig geschmackvoller eingerichtet als die restlichen Räume im so genannten „Schwarzen Block“ an der Mittweidaer Bahnhofstraße. Wenn sich hier die Honoratioren der Fakultät zu wichtigen Sitzungen treffen, haben sie durch die hohe Fensterfront eine nahezu atemberaubende Aussicht auf den gegenüberliegenden Lidl-Parkplatz. Am vergangenen Dienstag waren hier jedoch nicht der Dekan und seine Professoren die Hauptakteure, sondern knapp 30 Medienmanagement-Studierende aus dem zweiten Semester.

So könnte sich 99drei Radio Mittweida künftig auf Messen präsentieren, empfahlen Maria Khaychuk und Miriam Kind

Unter der Leitung von Professorin Tamara Huhle und Diplom-Designer Norbert Rasch hatten die Studenten im „Agenturlabor“ – innerhalb des Moduls „Grundlagen Medienproduktion“ –Präsentationsmöglichkeiten für die Medienkanäle der Fakultät entworfen. Die Notwendigkeit für diese Projekte lag auf der Hand: In den vergangenen Jahren hatte sich ausgerechnet die Fakultät Medien bei Studien-Info-Tagen, Nacht der Wissenschaften oder auf Messen „bescheiden“  präsentiert – wenn man es freundlich ausdrücken will.

Magnus von Asow präsentierte Vorschläge für die Promotion der Website medienMITTWEIDA | Bild: Dietmar Träupmann

Umso erfreulicher war das, was sich die künftigen Medienmanager einfallen ließen, um unsere Fakultät bei öffentlichen Auftritten künftig in ein besseres Licht zu rücken: Für medienMITTWEIDA entstand ein Imagefilm mit einem investigativen Journalisten als Protagonisten. Die Bewegtbild-Produktion in unserem mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten TV-Studio wurde durch einen virtuellen Rundgang propagiert und für die häufig zu kurz kommenden Printmedien legten sich die Studierenden mit dem „Novum-Rap“ mächtig ins Zeug.

Ein „maximales Konzept“ für die Wochenzeitung „Novum“ stellten Anne Baum und Larissa Behnke vor. | Bild: Dietmar Träupmann

Gut gemacht, so lautete das Fazit von Norbert Rasch, der schließlich Präsentationen hinsichtlich Gestaltung und Wirkung beurteilen kann. Vielleicht hat auch der anwesende Dekan,  Professor Michael Hösel erkannt, dass unsere Fakultät „schöner werden muss“ – vor allem in der Außendarstellung, wenn wir künftig mit den zahlreichen Konkurrenten in ganz Deutschland und darüber hinaus noch mithalten wollen.

Wenn Sheriffs zu Killern werden

Polizeieinsatz in Downtown Houston im Sommer 2015 | Bild: Julia Müller

Wer als Tou­rist in den USA schon ein­mal in eine Poli­zei­kon­trolle gera­ten ist, kann ver­mut­lich bestä­ti­gen, dass ame­ri­ka­ni­sche Geset­zes­hü­ter sel­ten zu Scher­zen auf­ge­legt sind. Gele­gent­lich erfährt man hier­zu­lande auch von Über­grif­fen der Poli­zei in New York, Los Ange­les oder anderswo, zumal wenn Zeu­gen die Sze­ne­rie auf dem Smart­phone fest­ge­hal­ten — und an Medien wei­ter­ge­ge­ben haben. Fern­seh­zu­schauer in den Staa­ten kom­men auch schon mal in den zwei­fel­haf­ten “Genuss” von Ver­fol­gungs­jag­den, die — so wie in Los Ange­les — regel­mä­ßig von loka­len News-Stationen live über­tra­gen wer­den. Bei YouTube errei­chen sol­che “Police Cha­ses” regel­mä­ßig ein Mil­lio­nen­pu­bli­kum. Nicht sel­ten enden Ver­fol­gungs­jag­den mit der Poli­zei töd­lich — für die Ver­folg­ten. Wer sich in den USA Geset­zes­hü­tern ent­ge­gen­stellt, muss damit rech­nen, sein Leben zu verlieren.

Datenjournalismus – Vorlesung mit Prof. Horst Müller MBA am Montag, 29. Mai 2017, 14.00 Uhr, Hochschule Mittweida, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit, Großer Hörsaal

Der Guar­dian dokumentierte in den Jahren 2015 und 2016 die von Polizisten in den USA verursachten Todesfälle. Im vergangenen Jahr starben 1.092 Menschen durch Ordnungshüter, im Jahr davor waren es sogar 1.146. Viele die­ser akri­bisch doku­men­tier­ten Fälle las­sen die Ver­mu­tung zu, dass vor allem Schuss­waf­fen leicht­fer­tig oder gar unnö­tig zum Ein­satz kamen. Sicher ist, dass unverhältnismäßig viele farbige US-Bürger, Latinos und Nachkommen indianischer Ur-Einwohner unter den Todesopfern sind. Genaue Erkenntnisse über das ganze Ausmaß der Polizeigewalt in den USA wurden nur durch den konsequenten Einsatz von Datenjournalismus durch die Journalisten des Guardian erlangt. Mehr zu dieser Rechercheform gibt’s am Montag in meiner Vorlesung im Modul „Journalistisches Arbeiten 2“ für Medienmanagement-Studierende und für Gäste, die ich gern dazu begrüße.

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