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Klassentreffen, „Fake News“ und das Jubiläum

28. April 2017 | Müllers Wohnzimmer statt Hörsaal: Am vergangenen Sonntag waren 15 Mittweidaer Medienstudenten bei uns in Hamburg zum Frühschoppen zu Gast. Schnappschüsse von diesem nicht ganz alltäglichen „Klassentreffen“ gibt’s am Ende dieses Blogposts. Zuvor stelle ich Ine Dippmann vor. Sie zählt zu den profiliertesten Journalistinnen im Freistaat Sachsen und ist am kommenden Mittwoch meine „Kontrahentin“ in der Veranstaltungsreihe „Dialog Kontrovers“ zum Thema „Lügenpresse und Fake News“.

Save the Date: „Lügenpresse und Fake News“ – Mittwoch, 3. Mai 2017, 17.30 Uhr – Studio B, Grunert de Jacomé Bau Hochschule Mittweida

Das ist durchaus eine Herausforderung, der ich mich in der dritten Veranstaltung der vom Institut für Kompetenz, Kommunikation und Sport (IKKS) initiierten und durchgeführten Reihe „Dialog Kontrovers“ stellen muss. Immerhin haben mir Prof. Stefan Busse, als Leiter der Veranstaltungsreihe und Moderator Marios Karapanos die Rolle des „Konterparts“ zu der renommierten Journalistin Ine Dippmann zugedacht. Dabei ist das Thema nicht nur hochaktuell, sondern auch ziemlich brisant: „Lügenpresse und Fake News – wie wirklich ist die Medienwirklichkeit?“

Ine Dippmann ist eine der profiliertesten Journalistinnen in Sachsen und Vorsitzende des Landesverbands des Deutschen Journalisten-Verbands im Freistaat

Als Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in Sachsen ist Ine Dippmann Repräsentantin eines Berufsstands, der immer häufiger nicht nur kritisiert, sondern auch offen angefeindet wird. Im Januar 2016 wurde die MDR-Hörfunkreporterin während ihrer Berichterstattung über eine Demonstration des Pegida-Ablegers „Legida“ in Leipzig selbst körperlich attackiert. In einem am 12. Januar 2016 im Tagesspiegel veröffentlichten Interview schilderte die Journalistin die Gewaltattacke so:

Ich war gegen halb neun zum Ende der Legida-Kundgebung am Naturkundemuseum. Ich habe dort einen Mitschnitt gemacht, war also mit dem Reportermikrofon unterwegs und auch erkennbar. Ich bin dann zur Rednerbühne vorgegangen, weil ich dort Pegida-Anführer Lutz Bachmann gesehen habe. Der kam dann hinter der Bühne hervor mit einem „Rapefugees not welcome“-Transparent. Ich hielt das für dokumentierenswert, habe mein Handy gezückt und Fotos gemacht. Nach dem zweiten Foto wurde mir das Handy von hinten links aus der Hand geschlagen. Der zweite Schlag hat mich dann ins Gesicht getroffen, am rechten Wangenknochen. Als ich mich umdrehte, sah ich eine ältere Frau vor mir, ich schätze mal so 55, 60, relativ groß, weißhaarig mit Brille. Die Täterin war also jemand, von dem man – wenigstens ich – es am allerwenigsten erwartet hätte.

Der schlaue Kopf zwischen den Kontrahenten

Marios Karapanos moderiert den „Dialog Kontrovers“ zum Thema „Lügenpresse und Fake News“

Moderator des „Dialogs Kontrovers“ am kommenden Mittwoch ist mit Marios Karapanos ein ehemaliger Medientechnikstudent (Diplom), den ich bereits in meinem ersten Semester an der Hochschule Mittweida im Frühjahr 2004 kennen- und schätzen lernte. Später machte er ebenfalls in Mittweida seinen Master „Industrial Management“, war zwischen den beiden Studiengängen Redakteur und Werbetexter bei einer Kommunikationsagentur in Dresden. Nach dem Masterabschluss ging Marios für dreieinhalb Jahre in die Pfalz und war dort Koordinator für Medienproduktion an der Hochschule Kaiserslautern. Seit ziemlich genau einem Jahr ist er wieder in Mittweida als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikation, Kompetenz und Sport. Nebenher promoviert er an der TU Dresden.

Am Mittwoch habe ich es also auf dem Podium im „Studio B“ mit zwei ausgesprochen schlauen Leuten zu tun. Mal sehen, wie weit ich es in der Diskussion mit meinem Gesprächsansatz bringe: „Lügenpresse ist ein völlig absurder Begriff. Allerdings müssen sich Medienverantwortliche und Journalisten vorhalten lassen, dass die Berichterstattung nicht selten einseitig, überzogen oder unzureichend ist und gelegentlich auch selbstherrlich erscheint.“

„Klassentreffen“ in Müllers Wohnzimmer

Manchmal dauert es halt ein wenig länger, bevor eine gute Idee in die Tat umgesetzt wird. Der Gedanke kam mir schon vor dreieinhalb Jahren, kurz nachdem wir privat aus der oberbayerischen Provinz nach Hamburg umgezogen waren: Ein „Klassentreffen“ mit „meinen“ Studenten bei uns zu Hause – mitten in der für mich schönsten Stadt der Welt.

Gute Stimmung beim Frühschoppen, hier mit Max Embert, Nico Häntzschel, Julia Müller, Anne Ortmann, Thore Brüggemann, Aiko Hartmann und Alexander Meyer
Ganze andere Atmosphäre - statt im Seminarraum in Müllers Wohnzimmer: Christina Höhnen, Viktor Bachler, Thomas Lerche, Thomas Richter, Jonny Thumb und Yasemin Arnold
Fast schon "Oldies but Goldies": Daniel Oestreich (rechts) ist der "Dienstälteste" unter den Frühschoppenteilnehmern. Er begann sein Studium im Wintersemester 2007/8. Pascal Schröder begann vier Jahre später.
Ex-Medienmanagementstudentin Yasemin Arnold aus München verband das "Klassentreffen" mit dem Besuch ihrer früheren Kommilitonin Christina Höhnen (rechts). Dazwischen Mit-Gastgeberin Inge Seibel

Am vergangenen Sonntag (23. April) hat’s dann endlich geklappt: 15 gut gelaunte ehemalige und „aktuelle“  Medienstudenten diskutierten, lachten, lästerten – und schimpften nur gelegentlich – mehr als sechs Stunden lang über Mittweida, die Hochschule im Allgemeinen und die Fakultät Medien im Besonderen. Als wir uns am späten Nachmittag trennten, stand für uns alle fest, dass es im kommenden Jahr das nächste „Klassentreffen in Müllers Wohnzimmer“ geben soll.

150 Jahre Hochschule Mittweida

Apropros ehemalige Studenten: Ich freue mich schon darauf, hoffentlich viele meiner ehemaligen „Schützlinge“ in der kommenden Woche anlässlich der 150 Jahr-Feierlichkeiten unserer Hochschule wiederzusehen. Oder – wir hören uns zumindest: Am Freitag, 5. Mai, werde ich von 12.00 bis 14.00 Uhr Interview-Gast bei 99drei Radio Mittweida sein. Die Sendung „Zu Tisch mit…“ wird live vom Technikplatz vor dem Hauptgebäude der Hochschule übertragen. Ich soll sogar etwas zu Essen bekommen – das haben mir zumindest Programmchef Luca Schmitt und Moderator Marco Gilly als „Gage“ versprochen. Mal sehen – wenn’s gut wird, berichte ich demnächst hier über meinen – soweit ich mich erinnern kann – ersten „Auftritt“ bei 99drei. Wenn nicht, gibt’s ganz bestimmt andere Themen für den nächsten Blogpost.

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