Ursula von der Leyen und der Musikantenstadl
23.07.2009
Beim Eignungstest durfte schon mal gelacht werden
Manche Bewerber versuchten es allerdings auch mit Pfiffigkeit. Wie soll man auch wissen, wen oder was Bundesfinanzminister Peer Steinbrück damit meinte, als er vor einigen Wochen Luxemburg, die Schweiz, und Österreich in einem Atemzug mit Ouagadougou nannte. Statt „Hauptstadt von Burkina Faso“ gab es von den Bewerbern reichlich alternative Lösungen wie „Indianerstamm“, „Kannibalen im Pazifik“, „ein Platz, wo man Kohle verstecken kann“ oder einfach nur „Unsinn“.
Immerhin mussten die rund 500 Prüflinge in nur zwei Stunden 60 Fragen aus den Bereichen Allgemeinbildung, Politik, Zeitgeschehen, Medien und Sport möglichst richtig beantworten, auch noch sechs praxisbezogene Aufgaben lösen. Als Titel für ein neues Fernsehformat wählte einer der Kandidaten dabei „Tiefpunkt Unterschicht – wenn sich der Alltag schwärzt.“ Aus „Kirchenchor“ wurde im Plural „Kinderchöre“ und „Spaghetti“ sind in der Mehrzahl ganz einfach „Nudeln“. Kein Wunder, dass Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät Medien bei Prüfung und Bewertung der Lösungen schon mal laut loslachen mussten. Einige Gründe für die zuweilen ausgebrochene Heiterkeit unter den sonst doch so gestrengen Wissenschaftlern hat medien-mittweida nachfolgend zusammengestellt:
Frage: Die Begriffe „Pearl“ und „Java“ klingen wie exotische Mixgetränke oder Modedrogen, bezeichnen aber etwas anderes, nämlich was?
Antwort: „Nein, das sind Kaffeesorten“. (Richtig: Programmiersprachen)
Frage: Ein DIN A4-Blatt kennt jeder. Wofür stehen eigentlich die Buchstaben DIN?
Antwort: „Digitales Internet Network“. (Richtig: Deutsches Institut für Normung e.V.oder Deutsche Industrie Norm oder „Das ist Norm“)
Frage: Wenn Sie von den 60 Fragen in diesem Test 36 richtig beantwortet haben, ist das durchaus ein gutes Ergebnis. Aber – wie viel Prozent haben Sie in diesem Fall richtig?
Antwort: „60 : 36 = 1,666%“. (Richtig: 60 Prozent)
Frage: „CvD“, „RvD“ und „PD“ sind Abkürzungen für wichtige Positionen in einem Medienunternehmen. Für welche?
Auswahl der Antworten: „Chef von Deutschland“, „Richter von Deutschland“, „Pate von Deutschland“. (Richtig: Chef vom Dienst, Redakteur vom Dienst, Programmdirektor)
Frage: Der Ministerpräsident eines europäischen Landes ist in den vergangenen Monaten unter anderem auch wegen seiner Vorliebe für Frauen diesseits der Volljährigkeitsgrenze bekannt geworden. Wie heißt der Mann (Nachname genügt) und von welchem Land ist er der Ministerpräsident?
Antwort: „Frank Müntefäring, Mecklenburg-Vorpommern“. (Richtig: Silvio Berlusconi, Italien)
Frage: Der Anchorman: Was er auf Schiffen machen könnte, das legt der Name nahe, aber was macht so jemand im Fernsehen?
Antwort: „Gewichtheben oder Wrestling“. (Richtig: Moderator einer Nachrichtensendung)
Frage: Unser ehemaliger Kanzler Dr. Helmut Kohl wartet noch darauf, dass er ihn bekommt. Einer seiner Vorgänger hat ihn schon: den Friedens-Nobel-Preis. Wie hieß dieser Bundeskanzler und welcher Partei gehörte er an?
Antwort: „Erich Honecker, SPD“. (Richtig: Willy Brandt)
Frage: Sie bestätigte Reich-Ranickis Kritik an der Qualität des deutschen Fernsehens, verlor prompt ihre eigene Fernsehsendung „Lesen!“– gab aber nicht auf und „sendet“ weiter im Internet. Wie heißt die Frau?
Antwort: „Ursula von der Leyen“. (Richtig: Elke Heidenreich)
Frage: Die vier öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im deutschsprachigen Raum (ARD, ZDF, ORF und SF) gestalten gemeinsam ein Fernsehprogramm. Wie heißt dieses Programm?
Antwort: „Musikantenstadl“. (Richtig: 3sat)
Frage: Genau heute vor 75 Jahren erhielt der Auto-Konstrukteur Porsche vom „Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie“ den Auftrag, ein bezahlbares Auto für das Volk zu bauen. Unter welchem Namen wurde es millionenfach verkauft?
Antwort: „Rabant“. (Richtig: VW Käfer)
Frage: Sie kämpfen jetzt gerade um einen Medienstudienplatz in Mittweida und sind begeistert vom "Mittweidaer Modell“der Medienausbildung. Um was geht es beim Mittweidaer Modell? Bitte nennen Sie wenigstens zwei Aspekte!
Antwort: „Das ist eine von Studenten geleitete Firma“.
Ob das wirklich so ist, können alle, die den Eignungstest erfolgreich bestanden haben, ab 28. September selbst feststellen. Dann beginnt das Wintersemester 2009/10 an der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida.
