Beiträge

20.01.2012 11:24

Ich mag keine Prüfungen

Anmerkungen zu den Ängsten eines Profs vor den Klausuren.

Weiterlesen...

10.11.2011 15:55

Die besten Lehrveranstaltungen des Jahres...

Für die Besucher werden die Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops des 15. Medienforums Mittweida ganz bestimmt die besten Lehrveranstaltungen des Jahres 2011 sein.

Weiterlesen...

24.10.2011 10:26

Die Top 100 der deutschen Medienbranche

"Horizont.net" hat jetzt eine Liste mit den 100 größten deutschen Medienunternehmen veröffentlicht.

Weiterlesen...

medien-student > News reader

Ich mag keine Prüfungen

20.01.2012

Anmerkungen zu den Ängsten eines Profs vor den Klausuren.

0. Januar 2012. An unserer Fakultät ist der Spruch von Professor Ludwig Hilmer fast schon so etwas wie ein „Klassiker“ geworden: „Ich mag Prüfungen, aber nur wenn ich auf der richtigen Seite sitze“. Den  augenzwinkernden Hinweis meines geschätzten Kollegen kann ich mir so nicht zu eigen machen. Ich mag keine Prüfungen. Auch nicht, wenn ich – wie in der kommenden Woche bei den Klausuren „Journalistisches Arbeiten“ und „Human Resource Management“ – als Prüfer auf der vermeintlich richtigen Seite „sitze“.

In nur 90 Minuten sollen die armen Studis den Nachweis dafür erbringen, dass sie den in einem ganzen Semester vermittelten Stoff verstanden haben, die Inhalte richtig einzuordnen wissen und darüber hinaus auch noch Grundlagen fleißig gelernt haben. Das zuvor erbrachte Engagement, gute oder schlechte Leistungen in den Seminaren,  spielen am Ende keine Rolle mehr. Für die Benotung eines gesamten Moduls sind ausschließlich die Ergebnisse ausschlaggebend, die in der schriftlichen Prüfung erbracht werden. Das mag man zu recht beklagen, lässt sich aufgrund von Hochschulgesetz und Prüfungsordnungen zurzeit jedoch leider nicht ändern.

Auch nach acht Jahren als Professor und mehr als 50 Klausuren plagt mich deswegen in den Tagen vor den Prüfungen regelmäßig ein schlechtes Gewissen. Immer wieder stelle ich mir dieselben Fragen:
  • Sind die Prüfungsaufgaben im Hinblick auf Umfang und inhaltliche Anforderungen angemessen - oder zu leicht, zu schwer, zu umfangreich?
  • Werden in den Prüfungsaufgaben tatsächlich die Kerninhalte aus rund 50 Lehrveranstaltungen eines Moduls zutreffend reflektiert?
  • Habe ich unnötige Stressfaktoren eingebaut oder unterfordere ich die „Prüflinge“?
  • Ist die Prüfung insgesamt fair oder verbergen sich in einzelnen Aufgaben Fallen, die die unter Anspannung stehenden Prüfungsteilnehmer kaum erkennen können?
Ich kann diese Fragen beim besten Willen nicht vollends zu meiner „Entlastung“ und zur gleichzeitigen Beruhigung der Prüfungsteilnehmer beantworten. Allerdings kann ich mich um „Vorsorge“ bemühen.

Die beginnt in den Lehrveranstaltungen. Mehr als jemals zuvor habe ich mich in diesem Wintersemester darum bemüht die Inhalte von Vorlesungen und Seminaren so aufzubauen, dass in den Prüfungen nicht plötzlich „böse Überraschungen“ auftauchen. Im Modul „Journalistisches Arbeiten“ habe ich erstmals den „Lehrbrief“ eingesetzt, der übrigens auch für die Klausur selbst als Nachschlagwerk zugelassen ist. In Testklausuren und Rekapitulationen konnten die Studenten zudem einen Eindruck davon erhalten, was sie am „Tag der Entscheidung“ erwarten dürfen oder befürchten müssen.

Zur Fairness bei einer Prüfung gehören nach meiner Auffassung auch übersichtliche Prüfungsunterlagen, die neben verständlich formulierten Aufgaben auch möglichst klare Bewertungskriterien enthalten. Schließlich kann ich von Klausurteilnehmern kaum qualitativ hochwertige Lösungen erwarten, wenn die Aufgabenstellungen unklar sind. Falls es dennoch Unklarheiten geben sollte, stehe ich bei beiden Prüfungen zur Beantwortung von Fragen persönlich zur Verfügung.

So, nun liegt es an Ihnen, liebe Prüfungsteilnehmer, dass Sie in den Klausuren Ihr erworbenes Wissen und die angeeigneten Fähigkeiten nachweisen. Ich verspreche Ihnen, dass ich mich anschließend ausgiebig mit Ihren Lösungen beschäftigen werde. Wenn Sie am Ende den Eindruck haben, dass Ihre Prüfungsleistungen nicht nur korrekt, sondern auch fair beurteilt wurden, sehe ich ein Ziel meiner Arbeit erreicht. Wenn die Ergebnisse der Prüfungen darüberhinaus auch noch überwiegend gut ausfallen, werde ich mich ganz bestimmt mit Ihnen freuen. Also: Viel Erfolg - und keep cool. Es gibt übrigens wichtigere Dinge im Leben, als so eine "blöde" Klausur....

Zurück