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Doch keine Privatvorstellung

20. Januar 2017 | Gute Fähigkeiten in der Internetrecherche gehören längst zu den notwendigen Kernkompetenzen erfolgreicher Medienmacher. Wer gezielt im Netz sucht, kann zum Beispiel herausfinden, dass der eigene Medienprofessor in Wirklichkeit nur ein abgehalfterter Schlagersänger ist. | Bildmaterial: Screenshots aus dem Kurzfilm „Privatvorstellung“, Hochschule Mittweida, 2004.

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Seine großen Erfolge hatte Elmar Springer, der eigentlich Elmar Heinz Hüpfer heißt und aus dem südniedersächsischen Einbeck stammt, Ende der 1970er Jahre mit den von Thorwald Andersen produzierten Alben „Die Wohnung über Martina“, „So goldig wie Dukaten“ und „Der kleine Hund von nebenan“. Auch seine erste ausgekoppelte Single „Gisela“ wurde ein Hit: 13 Wochen auf Platz eins der deutschen Verkaufshitparade und sogar Nummer eins im Land der aufgehenden Sonne.

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Elmars Sonne sollte bald untergehen. In den 1980er Jahren blieben zuerst die musikalischen Erfolge und dann auch noch die weiblichen Bekanntschaften aus. Nach der deutschen Vereinigung versuchte sich der frühere Schlagerstar als Versicherungsvertreter in Mittelsachsen – mit wenig Erfolg. Im Jahr 2004 gab’s erste Gerüchte, wonach Elmar – der sich jetzt Horst M. nannte – als Professor an einer Hochschule in Sachsen untergetaucht sei.

Professor

So war’s dann auch. Horst M. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) wurde im April 2004 Professor für Redaktionspraxis an einer namhaften Hochschule in Mittelsachsen. Zuvor  „bastelte“ er sich noch schnell einen neuen Lebenslauf, in dem er sich unter anderem als ehemaliger Chef einer erfolgreichen Radiostation und sogar als früherer Verlagsleiter des deutschen „Playboy“ ausgab. Dabei wäre schon mit einfacher Internetrecherche herausgekommen, dass der vermeintlich ehemals erfolgreiche Medienmanager in Wirklichkeit nur ein abgehalfterter Schlagerstar ist.

Recherchen im Internet – Vorlesung mit Prof. Horst Müller MBA am Montag, 23. Januar 2017, 11.30 Uhr, ZMS – Großer Hörsaal. Gasthörer sind herzlich willkommen.

Merke: Das Leben ist eben doch keine „Privatvorstellung“ – so wie der Titel des Kurzfilms, den Studenten des damaligen Fachbereichs Medien an der Hochschule Mittweida im Frühjahr 2004 mit Horst M. über den fiktiven Schlagerstar Elmar Springer produzierten.

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