Am Ende wird (nicht) alles gut

22. Juli 2016 | Das war’s also schon wieder. Am Ende des Sommersemesters 2016 gibt’s meinen (persönlichen) Rückblick auf die Tops und Flops in den vergangenen Monaten, unter anderem mit besonders fleißigen Studenten, dem gefährlichen Weg in die Vorlesung und ambitionierten Radioleuten.

Top: Fleißige Studenten

Studenten

Seminar zum Thema Datenjournalismus. “Gasthörerin” Julia Müller (links) hat sich von den fleißigen Medienmanagement-Studenten für das eigene Abitur “inspirieren” lassen.

So eifrige und fleißige Studentinnen und Studenten wie im Sommersemester 2016 durfte ich schon lange nicht mehr unterrichten. Die Medienmanager des Jahrgangs 2015 haben bei einem – gar nicht mal so einfachen – schriftlichen Test im Juni mit der Durchschnittsnote 1,3 einen zehn Jahre alten Rekord eingestellt. Eine ebenso herausragende Durchschnittsnote hatten zuletzt Medienmanager des Jahrgangs 2005 bei einem Test im Frühjahr 2006 erreicht.

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Alexander Schulz machte an der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida seine Abschlüsse als Bachelor und Master. Heute betreibt er gemeinsam mit seinem Ex-Kommilitonen Fabian Schmidt “Die Filmagentur” in Dresden.

Ebenfalls großartige Leistungen zeigten angehende Master des Studiengangs Information and Communication Science, die im Teilmodul “Anwendungsfälle” so ausgeklügelte Initiativ-Bewerbungen entwickelten und präsentierten, dass sich potentielle Arbeitgeber aus der Medien- und Kommunikationsbranche eigentlich um die Mittweidaer Absolventen reißen müssten. Wertvolle Tipps gab’s zu Beginn des Semesters vom erfolgreichen Filmproduzenten Alexander Schulz, der selbst an unserer Fakultät sein Bachelor- und Masterstudium absolviert hatte.

Flop: Der gefährliche Weg in die Vorlesung

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Die gefährliche Straßenüberquerung vor dem Zentrum für Medien und Soziale Arbeit an der Bahnhofstraße in Mittweida

Für mich ist es überraschend, dass regelmäßig so viele Studis in meine Vorlesungen im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit (ZMS) kommen – obwohl sie dabei den gefährlichen Fußweg über die Bahnhofstraße in Kauf nehmen. Dass es an dieser unübersichtlichen Stelle mit der stark frequentierten Durchfahrtstraße und der gegenüberliegenden Zufahrt zu “Lidl” bislang keinen Unfall gab, ist wohl Glückssache. Die prekäre Verkehrssituation hatte sich zwischenzeitlich immerhin bis zum “Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement – Sachsen” (kurz SIB) herumgesprochen. Im April gab’s deshalb fast einen ganzen Monat lang eine Fußgängerzählung, weil “fundierte Angaben zu den Fußgängerströmen für eine weitere planerische Untersetzung einer entsprechenden Fußgängerüberquerung benötigt werden.”  Seitdem ist nichts passiert, zum Glück auch kein Unfall.

Top: “Beamender” Beamer im großen Hörsaal

Fussball-EM

Dank “beamendem” Beamer konnten sogar wichtige Spiele der Fußball-EM im großen Hörsaal gezeigt werden | Bild: Hochschule Mittweida

Der zuvor genannte Staatsbetrieb SIB ist auch zuständig dafür, dass in neuen Gebäuden, die der Freistaat Sachsen errichten lässt, möglichst alles funktioniert. Im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit – besser bekannt als “Schwarzer Block” – war das beispielsweise in den Hörsälen sehr lange nicht der Fall. Vorlesungen mussten unter- und gar abgebrochen werden, weil Beamer und/oder Audiosystem nicht funktionierten. Genervte Profs und verärgerte Studis fluchten regelmäßig um die Wette über den “34 Millionen teuren Bau mit den vielen Macken”. Seit Ende Mai gibt’s Entwarnung, zumindest für den großen Hörsaal: Beamer und Soundsystem funktionieren seit einem Krisentreffen mit SIB-Mitarbeitern, Technikern und Verwaltern so gut, dass selbst wichtige Spiele der Europameisterschaft projiziert werden konnten (im Gegensatz zu manchen Lehrveranstaltungen war der Hörsaal bei den Live-Übertragungen voll besetzt).

Top und Flop: Radioleute vs. Onliner

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99drei-Moderatoren Dominik Schille und Fränze Schönbrodt bei der Arbeit

Die “Radioleute” in der Fakultät Medien galten eigentlich schon immer als besonders ambitioniert und fleißig. So mancher frühere Studi, der bei 99drei Radio Mittweida zum ersten Mal am Mikrofon stand, hat inzwischen als Redakteur, Moderator oder Musikchef beim Hörfunk Karriere gemacht. Um unser Lokalradio müssen wir uns wohl auch in Zukunft keine Sorgen machen, so lange engagierte Nachwuchsleute wie beispielsweise Fränze Schönbrodt und Dominik Schille immer wieder neue Ideen einbringen. Über das Projekt einer Live-Übertragung vom Heimspiel des SV Germania Mittweida berichtete im Mai mit der Radioszene sogar Deutschlands führendes Hörfunkportal. Gut so, denn “im Netz” ist 99drei selbst ähnlich erbärmlich vertreten, wie der Rest der Fakultät Medien.

Top: Karrieren nach dem Studium

Glass

Mit Martin Glass an Bord der AIDAprima

Ich freue mich immer, wenn ich von tollen Karrieren höre, die ehemalige Studentinnen und Studenten unserer Fakultät inzwischen machen. Zum Beispiel Martin Glass.  Der Ex-Medienmanagementstudent hatte als Producer des Medienforums 2010 regelrechte “Dickschiffe” der Medienbranche an die Hochschule Mittweida geholt; darunter RTL-Newsanchor Peter Kloeppel und ARD-Programmdirektor Volker Herres. Seit drei Jahren fährt Martin zur See und ist inzwischen in seiner Funktion als Media Manager Offizier an Bord der AIDAprima. Mitte Juli hatte er mich in Hamburg zu einem Besuch an Bord des größten deutschen Kreuzfahrtschiffes eingeladen. Mehr darüber gibt’s hier zu Beginn des Wintersemesters 2016/17 nachzulesen. Immerhin hat Martin Glass eine wichtige Rolle in meiner ersten Vorlesung für die neuen Studentinnen und Studenten übernommen. Soviel kann ich schon mal verraten: Martin ist ein besonders gutes Beispiel dafür, dass am Ende alles gut wird. Und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende.